Wie es weitergehen wird… Ein Ausblick auf die Zukunft unserer Musikschule

Nach dem Unterrichtsverbot kommen nun Lockerungen. Wir begrüßen durchaus, das jede Schule, jedes Geschäft ein Stück weit für sich entscheiden kann, wie es die Hygiene-Vorschriften umsetzen kann oder wie in unserem Fall der Unterricht wieder stattfinden könnte.

In den 12 Jahren, die ich die Musikschule leite, war es mir und später auch Simon immer wichtig, dass wir Erfahrungen sammeln, auch mal etwas testen und jedes Jahr versuchen, dass, was sich als sinnvoll erwiesen hat, auch für alle Schüler*innen als Angebot mitzunehmen.

Wir haben uns einen Ruf als eine Musikschule erarbeitet, die vieles ein wenig anders macht aber immer engagiert für die jeweiligen Schüler*innen bleibt.

Über die Hintergrund-Bedingungen und auch über unsere „Philosophie“ dahinter, haben wir bisher nur selten gesprochen. So wissen einige, dass wir mit hohen Mietbelastungen kämpfen, aber nur wenige wissen, das es uns auch ein Anliegen ist, das Unterrichts-Honorar moderat zu halten, da wir eine Schule für (fast) alle sein wollen. Auch wenn wir als private Musikschule keine staatlichen Zuschüsse und keine Steuererleichterung erhalten und damit die Preise und Rabatte der staatlichen Musikschulen nicht anbieten können. Dennoch – lieber mehr arbeiten, als teurer werden.

Wer mich kennt, weiß, ich arbeite gerne.

Was sich bereits verändert hat

Durch Corona und allem was damit zusammenhängt wurden für uns neue Fakten geschaffen, zu denen gehört, das wir eine Etage abgeben werden.

Durch mehr Einzelräume bietet uns die obere Etage mehr Möglichkeiten separat mit Schüler*innen zu arbeiten, auch wenn wir diese Räume bisher genutzt haben, damit ich trotz langer Arbeitstage möglichst viel Kontakt mit meiner Familie haben konnte. Nun werden wir auch hier umstrukturieren.

Wir tun dies mit sehr gemischten Gefühlen, unser Trubelraum unten, war ein Lebensnerv unserer Musikschule und unserer Art von Arbeit. Doch auf nicht klar absehbare Zeit wird der Trubelraum ungewohnt ruhig bleiben müssen, mit dem Abstandsregeln, dem Wegfallen des Wartebereichs, dem Wegfall von den meisten Formen des Zeitgleichen Unterrichts.

Unser Klavierbauer- und Stimmer Christian Garbe wird seine Instrumente aus unserer Musikschule abholen, damit wir Platz gewinnen für den notwendigen Abstand. Dies soll bis Ende Mai vollzogen sein. Eine kurze Frist für eine große organisatorische Herausforderung an Herrn Garbe. Flügel ziehen nicht eben mal um. Meinen Dank für sein Verständnis.

Was noch geschafft werden muss

Bis spätestens zum Herbst, vermutlich früher, wird der große Raum unten abgegeben und die obere Etage frei und eingerichtet fürs Unterrichten sein, auch die Badezimmer oben müssen bis dahin neu gemacht werden.

Mittelfristig wird es also oben 2 Flügel und diverse Klaviere geben. Einen Online Unterrichts-Raum, drei Präsenz- Unterrichtsräume (und alle mit Fenster *freu*) einen Warte- und Trubelbereich mit Möglichkeiten zum einspielen. Ist also spätestens dann alles (fast) wieder beim Alten?

Dass mit dem großen Raum auch viel finanzielle Belastung wegfallen wird – auch wenn der Weg dahin noch weit ist und wir mit dem Abzahlen der fortlaufenden Kosten noch beschäftigt sein werden, wenn wir den großen Raum schon nicht mehr haben, – empfinden wir bereits jetzt deutlich als Entlastung. Zudem es auch weniger Instrumente zum Stimmen und Warten geben wird, ein weiterer nicht unerheblicher Kostenfaktor.

Mit geringeren Kosten entsteht auch ein zeitlicher (Frei-) Raum, um Projekten wie meiner eigenen Klavierschule (mein Lehrbuch für Schüler*innen) den letzten Schliff zu geben, damit sie in Druck gehen kann. Freie Zeit auch für eigene Kompositionen – die von Schüler*innen gerne gespielt und auch schon angefragt werden – aber aus Zeitmangel zu selten über die Skizze hinaus fertig werden. Neben kreativer Lehrkraft auch kreative Künstlerin sein zu können, wäre für mich aber auch für alle Schüler*innen sinnvoll. So entsteht mit dem Raum den wir abgeben, auch Freiraum in dem neues Platz findet.

Unsere Vision wie es weitergeht

Unser Anspruch, unseren Schüler*innen den bestmöglichen Unterricht anzubieten, bleibt unverändert, aber das Drumherum wird anders.

Unser Wunsch: die Fernschule in der eigenen Stadt.
Unterstützt lernen wann und wo die Schüler*innen es möchten.

Wir wollen unsere Online-Zeiten behalten. Jetzt ist es raus, der Satz der unter den Musiklehrer*innen und auch für viele Eltern fast ein Tabu ist. „So kann kein richtiger Unterricht funktionieren“, “ Wir brauchen echte Menschen“, „Kinder sollen nicht soviel online sein“. Bedenken gibt es viele. Konkrete Erfahrungen bei den meisten nur wenig und oft getragen von der Idee den Unterricht vor Ort eins zu eins online stattfinden zu lassen. Simon und mich schrecken Vorbehalte nicht ab. So oft haben wir erlebt, das Unterricht auch auf anderen Wegen, als den Althergebrachten sinnvoll und effizient funktioniert.

Wir haben überhaupt nicht vor, Online Unterricht gegen den Unterricht in der Musikschule „auszuspielen“. Wir haben auch aus den Gegensätzen von Einzel- und Gruppenunterricht mit unserem Zeitgleichen Unterricht eine Möglichkeit geschaffen, Schüler*innen beides in einer Unterrichtsform anzubieten und es ist es sinnvolles Konzept hinter dem wir auch weiterhin stehen. Wir wollen die online Zeiten, in denen sich alle Schüler*innen zu (fast) jeder Zeit einloggen können beibehalten und mit monatlichen Stunden in der Musikschule ergänzen.

Aber auch dafür gilt: „Bedarf geht vor Regel“, wenn sich häufigeres in die Musikschule kommen als der sinnvollste Weg darstellt, werden wir versuchen auch das möglich zu machen.

Wir wollen den Unterricht in der Musikschule, um die Komponente Online Zeit ergänzen. Unterricht in der Musikschule? Ja klar und nach Corona gerne auch für alles was am Musik machen besonders Freude macht: Gemeinsames Musizieren, gemeinsame Spiele, gemeinsam an großen Projekten arbeiten und natürlich Einzelarbeit, da wo sie sinnvoll und notwendig ist. Aktuell können wir höchstens 2 Schüler*innen zu selben Zeit in der Musikschule unterrichten und nach jeder Unterrichtseinheit ist Putzen, trocken lassen, Lüften dran. Regelmäßige wöchentliche Termine sind auf diese Weise zeitlich nicht durchführbar. Stattdessen wollen wir flexibel Termine vereinbaren, wo sie notwendig, sinnvoll und durchführbar sind.

Seit Tagen bin ich dabei alle Eltern, Schüler*innen, Vertragnehmer*innen persönlich anzurufen, um die Möglichkeiten und Perspektiven mit jedem einzelnen zu klären. (Wen ich noch nicht angerufen habe, darf auch gerne versuchen mich zu erreichen. Auch wenn vielleicht ein bisschen Geduld nötig ist, um bei mir durchzukommen, ich freue mich über jedes Gespräch und wer sich ohnehin schon einloggt kann auch gerne im Zoom Raum mit uns reden.) Bereits 1/5 unserer großartigen Schüler*innen – und Elternschaft und Vertragsnehmer*innen haben uns bereits zugesagt, mit uns auszuprobieren wie sie dieses Konzept erleben. Ein Teil von Ihnen hat für sich oder mit ihren Kindern bereits die Erfahrung gemacht, das es sogar besser funktioniert als der feste Unterricht mit 45 min. einmal die Woche.

Es bleiben Fragen, bei uns und auch auf Seiten der Eltern und der Schüler*innen. Lasst uns miteinander reden und ausprobieren was wir aus der breiten Palette der Möglichkeiten mischen wollen und lasst uns behalten was individuell das Beste ist.

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